
Das Verbrechen und die Tatumstände
Gregory bekommt in einer neuen Strafzumessungsverhandlung Lebenslänglich ohne Begnadigungmöglichkeit.
Richterin lehnt alle drei von Greg Capeharts Anwalt vorgebrachten
Punkte ab und setzt damit das Todesurteil wieder in Kraft.
Bei einer Anhörung am 3. Juni bekam Greg einen neuen DNA-Test
gewährt und sein Todesurteil wird außer Kraft gesetzt.
Gregory wurde am 9. August 1967 in Dade City, Florida, geboren.
Seine Mutter war alkoholabhängig, es verging auch während der
Schwangerschaft kein Tag, an dem sie nicht trank, es vergingen nie
mehr als zwei Tage, bis sie wieder vollkommen betrunken war.
Als die Mutter nach einer schwierigen Geburt mit dem Baby nach Hause
kam, warf der Vater den Jungen aus dem Fenster hinaus in den Regen.
In den folgenden Jahren kümmerten sich die Eltern kaum um Gregory,
sie sprachen nicht mit ihm, außer um ihn wissen zu lassen, dass er
ungewollt und ungeliebt war. Hinzu kamen der ständige Streit der
Eltern, der vor Gewalttätigkeiten nicht halt machte. Diese
familiären Verhältnisse hinterließen ihre Spuren, Gregory hatte
mentale Probleme und besuchte später eine Schule für geistig
zurückgebliebene Kinder.
Als sich seine Eltern trennten, Gregory war fünf oder sechs Jahre
alt damals, lebte er bei seiner Großmutter mütterlicherseits in
Orlando. Das Leben wurde dadurch nicht besser, es änderte sich nur.
Die Großmutter zog Gregorys älteren Bruder Raymond vor, er war
intelligent, ein sportlicher Typ und konnte einfach nichts falsch
machen. Ganz anders Gregory, der auch den Zorn der Großmutter zu
spüren bekam und die Schläge einstecken musste, wenn Raymond
derjenige war, der einen Fehler begangen hatte.
Gregorys Kindheit war geprägt von ständiger Zurückweisung auf der
einen Seite und dem ständigen Kampf und Streben nach Akzeptanz auf
der anderen Seite.
Gregory begann in sehr jungem Alter zu trinken, wie Vater und Mutter
trank er, bis er völlig betrunken war.
Er hätte zu einem zornigen jungen Mann werden können, weil nichts in
seinem Leben gut lief. Das passierte jedoch nicht. Selbst wenn er
angegriffen wurde, wehrte er sich nicht. Viele Male wurde er von den
Kindern der Nachbarschaft zusammengeschlagen, er schlug niemals
zurück. Seine Gewaltlosigkeit und das offene Reden über seinen
christlichen Glauben brachten ihm den Spitznamen "Preacher"
(Prediger) ein.
Als Jugendlicher ging er zu seinem Vater zurück nach Dade City. Es
klappte nicht zwischen ihnen und Gregory lebte auf der Straße. Er
kam in falsche Gesellschaft, tat alles was ältere Kinder ihm sagten,
um von ihnen akzeptiert zu werden und wurde zum Spielzeug für
Drogenabhängige und Kriminelle.
Mit 15 kam er in ein Jugendcenter wegen Einbruchs, er beschrieb das
als die „beste Zeit in seinem Leben“. Danach lebte er wieder auf der
Straße.
Während im Gefängnis 1985 versuchte er wiederholt sich umzubringen.
In seinem psychologischen Gutachten vom 13.2.2002 stellt Dr. Bill E.
Mosman fest, dass Gregory nach dem Recht Floridas als geistig
zurückgeblieben einzustufen ist.
Gregory wurde für die Ermordung der 62-jährigen Marlene Reeves zum
Tode verurteilt.
Marlene Reeves, das Opfer, war eine ältere Dame, die allein in ihrer
Wohnung lebte. Es war bekannt, dass sie körperlich nicht gesund war
und auch geistig zurückgeblieben, so konnte sie weder lesen noch
schreiben. Sie wurde deshalb von vielen Menschen in ihrer Umgebung
ausgenutzt. Edith Snow, eine Freundin des Opfers, sagte aus, dass
viele Menschen Reeves ausnutzten.
Deputy Sheriff Jeffrey Clark fand Reeves Leiche. Er untersuchte
einen Einbruch bei Rebecca Henry. Sie war durch einen Einbrecher
gegen 5.00 Uhr morgens geweckt worden. Sie beschrieb ihn als
Schwarzer, 1,75 groß und 160 Pfund – keinerlei Ähnlichkeit zu
Gregory.
Deputy Clark wollte auch die direkte Nachbarin von Henry befragen –
Marlene Reeves.
Er fand Reeves Wohnung durchwühlt und die Frau tot auf dem Bett
liegend, mit einem Kissen auf ihrem Kopf. Sie wurde mit einem Kissen
erstickt und war nach Angaben der untersuchenden Mediziner vor ihrem
Tod auch vergewaltigt worden. Die Ermittler fanden einen
Handabdruck, von dem sich später herausstellte, dass er zu Gregory
Capehart passte.
Ein Nachbar von Reeves – R. Caruthers – sagt aus,
er habe gesehen, wie ein Mann in einem gelb/orange Trenchcoat
zwischen 4.40 und 6.00 Uhr zu Reeves Apartment ging.
D. Harrison sagte, sie habe Capehart in dieser
Nacht in einem schwarzen Trenchcoat gesehen.
Rebecca Henry – die Nachbarin – die durch einen
Einbrecher geweckt worden war: Im Prozess wurden die Geschworenen
glauben gemacht, dass Gregory sie auch in ihr Apartment eingebrochen
war. Henry hat ihn jedoch nicht identifiziert und ihre Beschreibung
vom Täter passte überhaupt nicht auf Gregory.
Er hat an diesem Tag Drogen verkauft. Jemand wollte Drogen kaufen, sagte aber zu Gregory, er habe kein Geld bei sich. Der Mann wollte deshalb sein Geld holen. Greg begleitete ihn, er wartete draußen. Als er durch das Fenster sah, sah er, wie dieser Mann der Frau das Kissen auf das Gesicht drückte. Greg geriet in Panik und lief davon...
Es gab einen anderen Tatverdächtigen, der Staat hatte dessen Namen
und hatte Zugang zu seinen Fingerabdrücken. Diese wurden nicht mit
denen verglichen, die man am Tatort fand. Nichts davon wurde an die
Verteidigung weitergegeben – möglicherweise Beweise für Gregorys
Unschuld.
Gregory hatte "Aussagen" gemacht. Der Staat wusste jedoch, dass
diese "Aussagen" erpresst waren. Die "Aussagen" orientierten sich an
den ersten Ermittlungsergebnissen. Später stellte sich jedoch
heraus, dass die Beweise anfänglich falsch interpretiert worden
waren, damit passten die erzwungenen Aussagen von Gregory nicht mehr
zu den tatsächlichen Beweisen. Auch das versuchte der Staat vor der
Verteidigung und den Geschworenen geheimzuhalten. So bat die
Staatsanwaltschaft die Geschworenen, die Beweise, die nicht mit den
"Aussagen" zusammenpassten, einfach zu ignorieren.
Den Psychologen, die für den Staat aussagten, wurden die "Aussagen"
als Wahrheit präsentiert, so dass sie zu völlig verfälschten
Schlussfolgerungen kamen und diese den Geschworenen präsentierten.
Man hatte den teilweisen Abdruck einer Handfläche am äußeren
Fensterrahmen gefunden, der zu Gregory passte. Der Staat
präsentierte diesen als Schuldbeweis und behauptete, der Täter sei
durch das Fenster ein das Schlafzimmer des Opfers eingedrungen. Das
widerspricht jedoch den anderen Beweisen, so dass im Laufe der
Ermittlungen klar wurde, dass. der Täter durch die Tür gekommen war
und das Schlafzimmer durch das Fenster verlassen hat. Danach ist der
Handflächenabdruck ohne Beweiskraft.
Die erpressen "Geständnisse" orientierten sich an dem, was zuerst
fälschlich angenommen wurde (Täter drang durch das Fenster ein).
24.02.88 – Gregory wurde des Mordes ersten Grades
und des Einbruchs mit Tatvorsatz (Mord) angeklagt
20.04.88 – Gregory bekannte sich „nicht schuldig“
22.02.89 – eine gesamtweiße Jury (das Opfer war
auch weiß, Gregory ist schwarz) befindet Gregory schuldig des Mordes
und Einbruchs ohne Tatvorsatz was den Mord angeht.
23.02.89 – Die Geschworenen empfehlen mit einer
Mehrheit von 7 zu 5 Stimmen die Todesstrafe. Das offizielle Urteil
wird am 11.4.89 gesprochen.
In der sich anschließenden direkten Berufung wurde das die
Verurteilung und das Todesurteil vom Obersten Staatsgerichtshof
bestätigt. Der Oberste US Gerichtshof lehnte es im Januar 1992 ab,
sich mit dem Fall zu beschäftigen.
8. März 2006
Von Marci Elliott
Mittwoch, 8. März 2006 Gregory Capehart, der fast die Hälfte
seines Lebens im Gefängnis verbracht hat, wird bald ein freier Mann
sein – dank der ausdauernden Bemühungen einer Gruppe von High
School-Schülern und ihres Lehrers.
Capehart wurde endlich ein gerichtlich angeforderter DNA-Test
zugestanden, der laut seinem Anwalt seine Unschuld beweist. Der
40-jährige war wegen der Vergewaltigung und des Mordes an einer Frau
aus dem Landkreis Pasco, im Jahre 1987, verurteilt worden.
John Dwyer, ein Lehrer der Lely High School in East Naples und seine
Sozialkunde-Schüler sammelten Unterschriften für eine Petition,
veranstalteten eine Demonstration vor dem Gericht von Collier County
und schrieben Briefe an die Beamten. Sie besuchten Capehard, wohnten
seinen Anhörungen bei und beobachteten seine Lage im Justizsystem
von Pasco County, wo er bis heute inhaftiert ist.
Ein offensichtlich erfreuter Dwyer sagte am Freitag, dem dritten
März, er sei ausgesprochen glücklich über die Ergebnisse von
Capehart’s DNA-Test. "Wir sind uns noch nicht völlig sicher, was nun
der nächste Schritt sein wird”, sagte Dwyer. „Er muss erst noch ein
paar Dinge regeln. Es wird noch eine Anhörung geben und momentan
wissen wir noch nicht, wann er das Gefängnis verlassen kann.“
Die Bemühungen der Studenten hatten bereits im Juni 2005 einen
ersten Erfolg gezeitigt. Damals war Capehart aus dem Todestrakt der
Union Correctional Institution in Raiford entlassen und in das
Gefängnis von Pasco Couny verlegt worden.
Die Entscheidung über seine Freiheit hing nun noch an dem DNA-Test,
der ihm aus ungeklärten Gründen jahrelang verweigert worden war.
1987, als die Verbrechen geschahen, für die Capehart verhaftet und
verurteilt wurde, hatte es noch keine DNA-Tests gegeben.
Die Neuigkeiten von Capehart’s DNA-Test und seiner damit bewiesenen
Unschuld verbreiteten sich nach der Bekanntgabe letzte Woche über
Emails und per Telefon.
"Ich bin sehr froh, zu hören, dass ihm der DNA-Test bewilligt
wurde”, sagte Lionel Decius, ein ehemaliger Schüler der Lely High
School, der die “Free Capehart”-Campagne geleitet hatte, in einer
E-Mail, nachdem er von den Neuigkeiten gehört hatte.
"Er hat mir viele Briefe geschrieben und ich kann versichern, dass
er nach all den Jahren wirklich raus möchte”, schrieb Decius in
seiner E-Mail. „Ich glaube mit Sicherheit daran, dass er unschuldig
ist. Die Art und Weise, wie er mit mir spricht, klingt nicht wie die
eines Vergewaltigers und Mörders. Ich kann es gar nicht erwarten,
die Ergebnisse zu erfahren.“
Abe Bonowitz, Vorsitzender und Mitbegründer der Bürgervereinigung
für Alternativen zur Todesstrafe (Citizens United for Alternatives
to the Death Penalty) sagte am Montag, dem sechsten März, dass
Capehart ihn vergangene Woche angerufen und erzählt habe, dass sein
momentaner Verteidiger, Daniel Hernandez aus Tampa, ihm mitgeteilt
habe, dass die DNA-Test-Ergenisse negativ seien. "Das heißt im
Klartext: es gibt keinerlei Beweise dafür, dass Greg dieses
Verbrechen begangen hat”, sagte Bonowitz, der ursprünglich aus
Gainesville kommt und nun in New Jersey lebt und arbeitet. „Greg
wird im Laufe der nächsten zwei Wochen eine Anhörung haben und ein
neuer Prozess ist für Anfang April angesetzt. Es kann aber gut sein,
dass die Beamten bereits bei der Anhörung entscheiden werden, den
Fall abzuschließen, sodass ein neues Verfahren gar nicht mehr nötig
sein wird.“
Hernandez konnte bislang nicht für einen Kommentar erreicht werden.
Ein Angestellter seines Büros in Tampa teilte am Montag, dem
sechsten März, per Telefon mit, dass er keine Interviews gebe.
Bonowitz sagte, es sei “nahezu unmöglich” gewesen, an offizielle
behördliche Informationen aus dem Landkreis Paco zu gelangen. "Diese
Informationen sind neu und Neuigkeiten bewegen sich nur sehr langsam
durch das Rechtssystem von Pasco”, sagte er.
Dwyer und seine Schüler begannen ihre Arbeit am Fall Capehart vor
gut zwei Jahren während einer Buchdiskussion zu Fjodor Dostojewski’s
“Schuld und Sühne”. Dwyer hängte ein Foto von Capehart an die Wand
des Klassenzimmers unter das „Schuld und Sühne“-Poster. Anschließend
diskutierten er und seine Schüler Gemeinsamkeiten zwischen dem Fall
Capehart und der Romanhandlung.
Decius startete eine Kampagne, um Capehart’s Unschuld zu beweisen,
weil er, wie er sagt, bemerkte, dass der Häftling aus Pasco, östlich
von Tampa, ihm selbst sehr ähnlich sei. Schon bald schlossen sich
ihm weitere Schüler an, weil sie sagten, dass sie ebenfalls an seine
Unschuld glaubten.
Einige der Schüler, die in die Capehart-Kampagne involviert waren,
studieren mittlerweile am College und waren für eine Stellungnahme
nicht zu erreichen. Unter den Absolventen der Lely High School, die
in die Gruppe involviert waren, sind unter anderem Beth Pershing,
die an der U.S. Air Force Academy in Colorado eingeschrieben ist,
sowie die Zwillinge Gavin und Adam Reinke, Erstsemestler an der
Universität von Florida.
"Ich bin davon überzeugt, dass die Aktionen meiner Schüler der Grund
dafür waren, dass Greg aus dem Todestrakt verlegt wurde (im Juni
2005)”, sagte Dwyer in einem früheren Interview. „Das ist wirklich
erstaunlich. Was für eine wundervolle Bestätigung für die Schüler,
die so hart dafür gearbeitet haben, dieses Ziel zu erreichen.“
Laut Gerichtsakten war Capehart 1988 für den Mord ersten Grades an
der 62-jährigen Marilyn Reeves verurteilt worden.
Capehart, damals 22 Jahre alt, behauptet am Tatort zugegen aber
nicht am Mord von Reeves beteiligt gewesen zu sein. Die Akten
besagen, dass die Frau zunächst vergewaltigt und dann auf ihrem Bett
liegend mit einem Kissen erstickt wurde. Ferner steht zu lesen, dass
Diebstahl als Motiv gesehen werde und dass drei Dollar entwendet
wurden.
Capehart wurde ein Jahr nach dem Mord an Reeves verurteilt. Er gab
zu Protokoll, dass er dazu gezwungen worden sei, ein Geständnis zu
unterschreiben für ein Verbrechen, dass er nicht begangen hatte. Er
hat 16 Jahre im Todestrakt verbracht.
Dwyer und Bonowitz sagten, Capehart werde nach seiner Haftentlassung
mit bedeutenden Lebensveränderungen konfrontiert werden.
Momentan gebe es noch keine endgültigen Pläne, sagten sie. Leute,
die seinen Fall intensiv mit verfolgt hätten, würden Capehart aber
dabei helfen, mit der neu gewonnenen Freiheit umgehen zu lernen.
(Quelle: Naples Daily News)

März 2007
Eine Gruppe Demonstranten fordert einen fairen Prozess für Greg
31. August 2005
Die Anstrengungen einer Gruppe Schüler der Lely Highschool, einen
Mann aus dem Todestrakt von Florida zu holen, der sagt, dass er
falsch verurteilt wurde, waren erfolgreich.
Gregory Keith Capehart, der wegen des Mordes ersten Grades an
Marilyn Reevese aus dem Bezirk Pasco im Jahr 1998 angeklagt wurde,
wurde ins Pasco Gefängnis verlegt, wo er auf die Ergebnisse eines
DNA-Tests wartet, der am 23. Juni vom Gericht angeordnet wurde.
„Zumindest ist er aus dem Todestrakt. Das ist schon mal ein Sieg,“
sagte Lionel Decius, der im Mai seinen Abschluss an der Lely High
gemacht hat. „Sobald der DNA-Test fertig ist und die Resultate
zurückkommen, kann er als freier Mann durch diese Tore gehen.“
Decius, der letztes Jahr in der Abschlussklasse war, als er uns eine
Klassenkameraden das erste Mal von Capeharts Fall hörten, führte
eine Schülerdemonstration zum Bezirksgericht von Collier an und
verbreitete eine Petition, in der die Freilassung des Insassen aus
dem Todestrakt gefordert wurde. Decius und die anderen Schüler haben
Capeharts Fall seither verfolgt. Sie fuhren sogar mit ihrem
Englischlehrer, John Dwyer, zu Anhörungen in Dade City, wo das
Bezirksgericht von Pasco ist.
„Ich bin überzeugt, dass Greg aufgrund der Aktionen der Schüler aus
dem Todestrakt genommen wurde,“ sagte Dwyer. „Das ist fantastisch.
Was für eine wundervolle Anerkennung für die Schüler, die so hart
daran gearbeitet haben.“
Es war Dwyer, der den Schülern das erste Mal von Capeharts Schicksal
erzählte. Er hatte durch Pax Christi Florida, dem staatlichen
Ableger der internationalen katholischen Friedensbewegung, von
Capehart gehört. Decius begann sich dafür zu interessieren, Capehart
zu helfen, weil, wie er sagte, ähnelt.
Beth Pershing, die im Mai ihren Abschluss in Marco Island gemacht
hat und heute die U.S. Air Force Academy besucht, war ebenfalls
aktiv daran beteiligt, Capehart zu helfen, aus dem Todestrakt
entfernt zu werden.
Im Jahr 1988, als der Mord begangen wurde, standen keine DNA-Tests
zur Verfügung. Capehart, der damals 22 war, behauptet, dass er am
Tatort war, jedoch nicht an der Ermordung von Reeves beteiligt war,
die 62 Jahre alt war. Die Unterlagen sagen, dass sie vergewaltigt
wurde und dann mit einem Kissen erstickt, als sie auf ihrem Bett
lag. Sie sagen, dass das Motiv ein Einbruch war und dass 3,-- Dollar
gestohlen wurden.
Die Unterlagen sagen außerdem, dass ein Handtellerabdruck am Tatort
von Capehart stammte, dass jedoch ein Fingerabdruck nicht zu im
passte.
Capehart, der ein Jahr nach Reeves Ermordung schuldig gesprochen
wurde, sagte, dass er gezwungen wurde, ein Geständnis für ein
Verbrechen zu unterschreiben, dass er nicht begangen hat. Er war 16
Jahre lang im Todestrakt.
Auch wenn er sich nicht mehr länger im Todestrakt befindet, wird
Capehart, der am 9. August 40 wurde, es möglicherweise nicht so
leicht damit haben, als freier Mann durch diese Tore zu gehen. Heute
wäre der Beweis der Wahl von Kriminalermittlern weltweit, DNA, der
Schlüssel zu Capeharts Freiheit, sagen Decius und seine
Schulkollegen. Doch der Test wurde noch nicht durchgeführt.
In der Zwischenzeit, sagte Dwyer, ist ein anderes Problem
aufgetaucht. Capeland wird jedes Mal, wenn er seine Zelle im Pasco
Gefängnis verlässt, mit Handschellen und Ketten gefesselt und wird
von den Gefängnisbeamten als „roter Punkt“ behandelt. Die „roter
Punkt“ Behandlung ist ungerecht und Capehart verdient, dass sie
aufhört, sagte Dwyer.
„Ich habe Hoffnung, weil eine neue Richterin, Lynn Tepper, für
seinen Fall bestellt wurde und sie willig zu sein scheint, ihm zu
helfen,“ sagte er. „Er hat einen neuen Verteidigungsanwalt, Daniel
Hernandez, der scheinbar auch helfen möchte. Greg ist ein sehr
höflicher Mensch und ich glaube nicht, dass er das Verbrechen
begangen hat, wegen dem er angeklagt wurde.“
Weder Tepper noch Hernandez konnte für einen Kommentar erreicht
werden. Eine Sprecherin von Teppers Büro sagte am 29. August, dass
ein Gerichtsangestellter Beweise zusammen sammelt, die für den Test
verwendet werden können, und daran arbeitet, die Arrangements für
den Test zu treffen.
Dwyer sagte, dass Capeland, wenn er letztendlich aus dem Gefängnis
freikommt, viele großer Änderungen im Leben durchmachen wird.
„Sein Leben nach dem Gefängnis ist eine ziemlich unsichere Sache,“
sagte Dwyer. „Ich ermutige ihn, darüber nachzudenken, was er tun
wird. Alles was sie den Gefangnen bei der Freilassung geben sind
100,-- Dollar und Kleidung und das war es dann.“
Dwyer sagte, dass er durch Pax Christi einige Kontakte hat, die
Capehart helfen könnten, einen Job und ein Zuhause zu finden, wenn –
und falls – er freigelassen wird.
„Greg war 17 Jahre im Gefängnis und er hat nichts dadurch gewonnen,“
sagte Dwyer. „Er kann jetzt lesen und schreiben, das konnte er
vorher nicht. Meine Hoffnung und mein Ziel ist es, mich darauf zu
konzentrieren, bis wer komplett entlastet ist. Wir werden nicht
aufhören, bis er es ist.“
Quelle: Naples Daily News